Flüsterkind - Mona Michaelsen - Rezension

Fakten

Mona Michaelsen
Untertitel: Dein Mann hat mich missbraucht 
Ein Brief an meine Mutter
Flexibler Einband, 288 Seiten
Genre: Ratgeber/ Biografie
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2010
ISBN: 978-3-89602-951-5


Inhalt

"Irma ... es widerstrebt mir, Dich Irma zu nennen. Es widerstrebt mir aber noch mehr, Dich Mama zu nennen. Irgendeine Anrede muss ich aber benutzen, sonst fühlst Du Dich am Ende gar nicht angesprochen."

Mona Michaelsen war fünf, als sie zum ersten Mal von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Jahrelang ertrug sie ihr Martyrium, ohne mit jemandem darüber reden zu können.
Heute, fast vierzig Jahre später, schreibt sie einen Brief an ihre Mutter. Die damals wegschaute, die nichts wissen wollte, die den Missbrauch duldete. Endlich berichtet Mona ihr all das, was sie damals nicht sagen durfte. Mit beklemmender Eindringlichkeit konfrontiert sie ihre Mutter mit der schrecklichen Wahrheit.
Doch mehr als um die Mutter geht es um Mona selbst: Wort für Wort befreit sie sich von ihrer Vergangenheit, indem sie ihre Geschichte erzählt - die wahre Geschichte des Flüsterkinds.

"Dieser Brief ist ein langer Schrei. Mona Michaelsen, die als Kind von ihrem Stiefvater missbraucht wurde, hat Jahre gebraucht, um ihn aufzuschreiben. Sie hat ihn nie abgeschickt, stattdessen ein Buch daraus gemacht." Bild am Sonntag


Cover

Das Cover zeigt eine Frau, mit langen, blonden Haaren, die auf einer Mauer oder ähnlichem sitzt. Dabei ist einem nur der Rücken der Frau zugewandt. Im unteren Drittel ist ein leicht transparenter Streifen drübergelegt worden, damit der Titel gut zu lesen ist. Der Titel selbst ist komplett in Großbuchstaben verfasst, während der Untertitel kursiv darunter zu finden ist.
Insgesamt vermittelt das Cover eine fast abweisende Stimmung und bereitet so darauf vor, was einen beim Lesen erwartet.


Aufbau, Stil

Das Buch hat sieben große Überschriften und ist in 59 Kapitel unterteilt.
Dabei wird die ganze Zeit Irma angesprochen, bzw Du benutzt, denn es handelt sich um einen Brief. Durch die persönliche Anrede entsteht ein ziemlich beklemmendes Gefühl, da man sich irgendwann automatisch angesprochen fühlt, obwohl man gar nicht gemeint ist.


Meine Meinung

Ein Buch, das einen mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt. Allein durch die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die an Grausamkeit kaum zu übertreffen sind. Mir sind während des Lesens öfter die Tränen geflossen, ich musste ziemlich oft schlucken, um den Kloß im Hals wegzukriegen und einmal musste ich das Buch zur Seite legen, weil ich das, was kam, nicht lesen konnte und wollte. Es war einfach zu krass. Trotzdem habe ich es bis zum Schluss gelesen. Und es hat mich in keiner Weise kalt gelassen. Es hat mich zutiefst berührt, verletzt...
Eigentlich dürfte man ein solches Buch nicht bewerten. Aber es ist wichtig, auch mal etwas so Schockierendes zu lesen. Und ich bereue es nicht.


Fazit

Das hier ist ein Buch, das einem wirklich unter die Haut geht. Ein Buch, das einen berührt und emotional aufwühlt. Ein Buch, das man gelesen haben muss. Nicht nur als Betroffener, auch als Außenstehender. Eigentlich kann ich nicht viel dazu sagen, außer, dass man es gelesen haben sollte.



Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch mega heftig ...
    Ab und an muss ich immer noch daran denken ...

    Schöne Rezi - wie immer ;)

    Liebst
    Justine

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    1. Danke Dir!
      Ja, ich denke, wenn man dieses Buch gelesen hat, wird es einem immer wieder mal in den Sinn kommen. Geht mir da nicht anders..

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  2. Da kann ich nur zustimmen, dass man so etwas eigentlich gar nicht bewerten kann oder darf. Aber man sollte es auch nicht verschweigen. Einfach schlimm.

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