[Rezension] Die einsamen Schrecken der Liebe - James Meek

Mary Juana | 04 Februar 2013 | / / / / |

James Meek

Fester Einband, 432 Seiten

Genre: Roman

Erschienen bei Droemer, 2005

Originaltitel: The People’s Act of Love

 
Inhalt



„Ich bin eine Verkörperung. Des Zorns, der ist, und der Liebe, die sein wird.“



Was vermag die Liebe? Sie vermag, dass ein Mann seine Familie und sein bisheriges Leben hinter sich lässt. Sie vermag, dass eine junge Frau sich aufmacht nach Sibirien, um ihren verschollen geglaubten Mann zu finden. Und sie vermag, wenn sie missverstanden wird, ein ganzes Dorf – und vielleicht die ganze Welt – aus den Fugen zu bringen...

  Cover



Das Cover zeigt ein winterliche Landschaft, einen schwarzen fahrenden Zug, Wälder am Rand und oben steht etwas in kyrillischer Schrift.

Insgesamt sehr passend zum Buch, denn die Geschichte spielt in Russland, genauer gesagt im kalten Sibirien und in dem Buch kommt auch die Transsibirische Eisenbahn vor, was sich somit aus dem Cover schon erahnen lässt.

Sehr schön finde ich den grauen Dampf der Eisenbahn, der hinauf steigt und sich dort mit dem Grau des Himmels vereint.



Aufbau, Stil



Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt, die allerdings keine Nummern tragen, sondern Titel, die Aufschluss über das geben, was als nächstes passiert.

Erzählt wird die Geschichte in der Erzählerperspektive, wodurch man wieder alle handelnden Personen besser kennen lernt und nach und nach versteht, warum sie sich verhalten, wie sie sich verhalten.


Meine Meinung



Anfangs dachte ich, dass mich eine typische Liebesgeschichte erwarten würde, doch da trügen Titel und Klappentext.

Anna Petrowna, eine junge hübsche Fotografin, zieht mit ihrem Sohn Aljoscha nach Jasyk. Doch warum? Was zieht sie in eine so trostlose Gegend? Es ist Gleb Alexejewitsch, der sie dort hin zieht. Gleb war ihr Mann, ein stattlicher Husar, den sie über alles liebte. Doch eines Tages entschied er sich dafür, sich von dem Werkzeug des Teufels zu lösen.

Die Geschichte ist wie ein Puzzle aufgebaut, bei dem sich nach und nach die Teile zu einem Ganzen zusammenfügen. Ich finde das in diesem Buch ganz gut gelungen.

Zuerst fand ich die Geschichte recht langatmig, doch wenn man das Puzzle immer weiter zusammensetzt, dann wird man doch ziemlich davon gepackt und möchte unbedingt wissen, was am Ende passieren wird.


Fazit



Ich bin von einem Roman ausgegangen, der von Liebe handelt, doch das war nicht wirklich der Fall. Viel mehr erfährt man das Schicksal einer jungen Frau, die durch, für normale Menschen, unverständliche Gründe von ihrem Mann getrennt wurde.

Besonders tragisch, aber auch erschütternd fand ich das Ende des Buches. Es gibt kein Happy End, was auch überhaupt nicht zur Geschichte gepasst hätte.

Für mich doch ein sehr lesenswerter Roman!


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